Nur etwas kann mich aufs Schmerzlichste verletzen, wenn man den Geist meiner Dichtungen aus der Geschichte des Verfassers erklären will. Wie leicht auch die Geschichte eines Dichters Aufschluss geben könnte über sein Gedicht, wie leicht sich wirklich nachweisen ließe, dass oft politische Stellung, Religion, Privathass, Vorurteil und Rücksichten auf sein Gedicht eingewirkt, so muss man dieses dennoch nie erwähnen. Man entjungfert gleichsam das Gedicht, man zerreißt den geheimnisvollen Schleier desselben, wenn jener Einfluss der Geschichten, den man nachweist wirklich vorhanden ist; man verunstaltet das Gedicht, wenn man ihn fälschlich hineingegrübelt hat. Und wie wenig ist oft das äußere Gerüst unserer Geschichte mit unserer wirklichen, inneren Geschichte zusammenpassend. Bei mir wenigstens passte es nie! [Heinrich Heine]

Die Nacht erwacht
Und alles ist wie immer
Der Mensch
In seinem eigenen Bett
In seinem eigenen Haus
In seiner eigenen Stadt
Seiner eigenen Heimat
Und plötzlich stellt er fest
Dass die Seele verloren gegangen ist
Plötzlich fühlt er sich völlig verloren
Inzwischen von all dem Besitz
Besessen von dem Gedanken der Freiheit
Schläfrig mit nur halb geöffneten Augen
Doch das Herz sieht jetzt klar was es will
Bis die Augen sich endgültig schließen
Und der Kopf in einen unruhigen Schlaf sinkt
Das Herz schreit
Oh das Herz schreit
Denn ihm fehlt all die Heimat
Doch der Mensch schweigt
Oh der Mensch schweigt
Denn das Gewohnte ist so bequem und leicht

(Quelle: wortwendigkeit)


Ein trauriges Zeugnis
Welches mein Herz
An unserem letzten Tag
Überreicht bekam

Im Karussell sitzend jagen sich nun
Vergessen und Vermissen
Ziehen ihre Kreise
Wie Sonne und Mond

Immer im Wechsel
Immer allein
Zu zweit
Immer einander so nah
Entfernt

Ein unendlicher Tanz
Auf die Melodie der Hoffnung

(Quelle: wortwendigkeit)


Der Himmel weint
Und mir geht es gut
Auch wenn ich manchmal vergesse
Wie es sich anfühlt glücklich zu sein
Vielleicht weil ich es dann wirklich bin
Wenn ich nicht darüber nachdenke

Die Hälfte meines Bettes ist leer
Und ich bin vollständig
Auch wenn mich nichts noch manchmal überkommt
Und alles dann so trostlos ist
Vielleicht weil ich dann weiß wie viel Raum mein Leben hat
Und ich alles Werkzeug in der Hand um ihn zu gestalten

Mein Bild von dir ist verblasst
Und ich leuchte
Auch wenn ich mir manchmal noch wünsche
Meine Fingerspitzen könnten dein Gesicht nachzeichnen
Vielleicht weil ich jetzt verstehe dass mein Bild das Wichtigere ist
Und du in diesem nur ein Kratzer
Der gemeinsam mit der Erinnerung verschwindet

(Quelle: wortwendigkeit)


Hab versucht mein Fernweh zu stillen, aber die bayrische Milch schmeckt ihm nicht

Und so sitze ich immer noch hier
Und will immer noch nur weg
Hab viel und es gut
Nur kein Plan B im Gepäck 

Und Plan A gibt einen aus
Doch jede Runde schmeckt fad
Alles dreht sich schneller und schneller
Ich glaub ich dreh bald am Rad

Und dieses Gedicht ist scheiße
Denn die Worte sind heruntergekommen
Verstaubt und verwaschen
Jeglicher Ausdruck verschwommen

Und sie reden und reden
Vom gleichen alten Gefühl
Und sagen doch nichts
Denn ich sagte zu viel
Und die anfängliche Begeisterung
Wich Monotonie

Mein Herz schlägt weiter im Takt
Doch der verändert sich nie

Und ich will aber, dass mein Blick neue Horizonte erreicht
Und das träge Klopfen Herzrasen weicht
Und ich lache

ICH
Nicht nur meine Augen, mein Mund
Sondern jede Faser meines Körpers
Pures Glück ohne Grund

Und ja, das klingt ziemlich kitschig
Doch so fühle ich es und
Aus der richtigen Perspektive
Ist die Welt nun mal bunt

Und ich will raus
Und genau das sehen
Doch anstatt meinen Rucksack zu packen
Und einfach zu gehen
Bleibe ich weiter und gehe ein
Halte das Rad selber am drehen

Doch ich muss
Ich muss an meine Zukunft denken
Meinen Lebenslauf schreiben
All meine Träume verschenken
Und bei den Tatsachen bleiben

Die Zahlen sprechen lassen
Die Fantasien verschweigen

(Quelle: wortwendigkeit)


Und ich weiß, hier geht es nicht um Gedichte
Doch du liebst die Texte deiner Musik
Und vielleicht verstehst du’s ja leichter
Wenn ich sage, dass dein Lachen meine Melodie ist

Und ich weiß, hier geht es nicht um Romantik
Denn du liebst deine Arbeit
Und wenn die Funken sprühen
Doch du siehst keinen Zusammenhang
Zwischen deiner Berührung und dem Feuerwerk in meiner Seele

Und ich weiß, hier geht es nicht um Kleinigkeiten
Denn du liebst das Große
Das Gesamte
Doch bei dir empfinde ich
Jedes kleinste Detail als vollkommen

Und ich weiß, hier geht es nicht um Worte
Denn du liebst es einfach zu handeln
Doch für mich sind sie die einzige Möglichkeit
Auszudrücken, was ich denke
Ohne es dir sagen zu müssen

Und ich weiß, hier geht es nicht um Liebe
Denn du liebst am meisten deine Freiheit
Doch nach all dieser Zeit, die du nie hier warst
Bist du immer noch bei mir
Und ich weiß keinen Begriff für dieses Gefühl

(Quelle: wortwendigkeit)


Vielleicht
Vielleicht warst du
Der Vieles leichter gemacht hätte
Vielleicht hättest du nichts gemacht
Und vielleicht damit alles richtig
Denn wie schon gesagt
Vielleicht ergibt Nichts und Nichts
Alles
Umsonst
Vielleicht umsonst Gedanken gemacht
Gemachte Gedanken überdacht
Über überdachte Gedanken nachgedacht
Nachgedachte überdachte Gedanken
Verworfen
Knapp daneben ist auch vorbei
Das Ziel wär der Weg
Doch ich steh im Gestrüpp
Ein Dorn im Herz
Ein Dorn im Auge
Denn du hättest mich durchschaut
Glasschwarz
Verfolgt von Dämonen
Weggerannt, weggerannt
Links rechts links rechts links
Gelinkt
Mein Herz schlägt bis zum Hals
Es war schneller

(Quelle: wortwendigkeit)


Und ich laufe und laufe
Durch lärmende Straßen
Ziellos geradeaus
Ziellos der Nase nach
Naseweis
Ja vielleicht wäre es an der Zeit
Meinen Mund zu halten
Und meine Beine auf
Doch sobald Ruhe kommt
Schreien die Gedanken zu laut

(Quelle: wortwendigkeit)


Schummrige Lichter
Ein flüchtiges Lächeln
Tausende Gesichter
Dazwischen Du

Fremde Seelen
Vereinigt im Beat
Die Tiefen fehlen
Keiner strahlt so wie du

Der Rhythmus der Menge
Dein Blick sticht heraus
Getanze, Gedränge
Du mittendrin Allein

Die Lieder gesungen
Wir wechseln kein Ton
Die Sehnsüchte schon Erinnerung
Eine letzte Berührung

Durch die Nacht allein
Die Gedanken bei dir
Die Unerträglichkeit des Seins
Du fort und ich hier

(Quelle: wortwendigkeit)


Die Sache ist die
Ich werde warten
Und wenn 1000 Jahre vergehen sollten
Ich werde immer noch warten

Menschen kommen und gehen
Berührungen
Streifend oder gewählt
Gewollt

Leichtsinnig geredet
Leichtsinnig geküsst
Leichtfüßig verlassen

Frei ist der Geist

Gespräche
Wieder und wieder geführt
Wieder gelacht
Wieder geküsst
Mit Körper und Sprache bei ihm gewesen
Doch wo ist das Herz?

Es liegt sicher verwahrt 
In deiner Hand
Keine Eile
Halte es noch ein bisschen

Ich kann warten
Sowohl auf es
Als auch auf dich

Ich werde warten
Und wenn 1000 Jahre vergehen sollten
1000 Jahre in deiner Hand
Sind wertvoller als all’ die Leben in meiner

(Quelle: wortwendigkeit)


Höhenflug abwärts
Nasenspitze voraus
Auf den Boden
Auf den Mund
Gefallen
Er
Gefallener Soldat
Mit einem Stift zwischen den Fingern
Denn er war gerade dabei
Geschichte zu schreiben
Mit der Zeit zwischen den Fingern
Zerronnen
Zerronnene Träume
Verlorene Aussicht
Dafür die Einsicht
Dass die Welt niemals steht
Gewonnen
Gewonnene Kriege
Gegebenes Leben
Gegebene Umstände
Wo ist der Ausgang
Aus dem Gedankenlabyrinth?
Ist das Grab
Ende oder Anfang?

(Quelle: wortwendigkeit)


Du bist schön
Wenn du lachst
Oder redest
Sprühst vor Leben
Dich bewegst

Du bist schön
Wenn du schweigst
Und lautlos betrachtest
Mit vollster Konzentration beobachtest
Was um dich passiert

Du bist schön
Wenn du leichtsinnig und leichtfertig
Deine Kreise ziehst
Unberührt von dem Alltag
Der Welt und des Lebens

Doch ich bin nicht schön
Wenn ich ohne Anlass
Mich selber in Ketten lege
Angeblich um nicht wegzuschweben
Doch in Wahrheit nur als Versuch
Die Fehler unter Verschluss zu halten

Denn sie geben keinen Halt
Sie halten fest oder zurück
In jedem Fall mich davon ab
Die Wahrhaftigkeit zu prüfen

Stattdessen lasse ich mich mitreißen
Von meinen Wenns und Abers
Und sinke immer weiter
Auf den Grund meines Seins
Wo du das Schweigen
Letztendlich zerbrichst

Gedanke wird Wort
Befürchtetes Tat
Die Ketten überflüssig
Der Blick klar

Du bist schön
Wenn du lachst
Oder redest
Sprühst vor Leben
Dich bewegst

Doch viel schöner noch ist
Wenn wir lachen 
Oder reden
Nebeneinander leben
Uns bewegen
Doch alleine gehen
Auf unseren eigenen Wegen
Und hin und wieder nur sehen
Wie der Andere schwebt

(Quelle: wortwendigkeit)


Es ist wahr
Nur Nullen haben keine Kanten
Aber genau das bist du ja auch
Eine Null
In meinem Nenner
Der Punkt an dem mein Herz aussetzt
Und mein Verstand nicht definiert ist
Eine Null
Der Start
An dem ich am Ende
Immer wieder auf’s Neue stehe
Mich selbst überholt
Mich wieder wiederhole
Eine Null
Ein Nichts
Alles
Nur ohne Kreuzung
Ohne den großen Haken
Obwohl er fehlt
Ist nichts unmöglich

(Quelle: wortwendigkeit)


Tauch
Ab
Atme tief ein
Lass dich fallen
Sinke
Auf den Boden
Um zu sein
Spür das Salz auf deinen Lippen
Deiner Haut
In deinem Hals
Lasse los
Sei fest wie ein Stein
Lass dich ein
Auf die Bewegung
Die’s dir zeigt
Denke nicht nach
Fühle und sei
Die Luft wird dir knapp
Noch ist nichts vorbei
Doch du schwebst weiter
Durch Meer und Zeit
Erde zu Erde
Wasser zu Wasser
Luft zu Luft
So schließt sich der Kreis

(Quelle: wortwendigkeit)


Zwie
Spaltet
Herz und Verstand
Trübes Gewissen
Skonflikt
Freundschaft
Schlägt Liebe
Schlägt den Verstand
K.O.
Herzschlagloch
Wunder
Verwundert
R verwundet
Blutsbrüder
Ausgeblutet
Was ist nur los?
Der Teufel
Er ist’s
Er brennt in dir
Aschegehirn
Hirnverbrannt
Phönix aus der Asche
Lichterspiel
Ewigkeit
Doch Zeit verliert
Ihren Wert
Alles verloren
War es das wert?
Alleinirgendwo

(Quelle: wortwendigkeit)


Komm zu mir
Oder ich laufe zu dir
Was stören schon schmerzende Füße
Wenn ich in deinen Armen liege
Wir Arm in Arm uns in die Haare kriegen
Gesichert an einem Haar
Über dem Abgrund schweben
Ins Weltall fliegen
Wer braucht schon Sauerstoff
Wir kommen vor lauter Küssen
Ja eh nicht zum Atmen
Lass uns ausbrechen
Aus der Gesellschaft
Aus den Gewohnheiten
Ohne Pläne oder Zeiträume
Machen wie wir lustig sind
Bis uns der Bauch schmerzt vor Lachen
Oder den Bergen von Kuchenteig und Schokopudding
Was spielt das schon für eine Rolle
Wenn wir in Zukunft durch unser Leben rollen?
Wir rollen ja sowieso
Neben der Spur
Lass uns Flaschen leeren
Bis das Glas der Flaschen das einzig klare im Raum ist
Und wir wie leere Flaschen in der Ecke liegen
Die Hauptsache ist
Deine Hand in meiner
Und mein Herz in deiner
Atem an Atem
Gemeinsam

(Quelle: wortwendigkeit)